"Bye, Bye .."

 

Heute (am 31.12.2003) ist es auf den Tag genau 10 Jahre her, als beim RIAS -symbolisch gesehen- die "Lichter" ausgingen. Trotz vieler Beteuerungen im Vorfeld, ist es nicht gelungen das Beste aus RIAS und DS Kultur im Programm des DRadio Berlin zu vereinen. Das Beste vom RIAS (Moderatoren & Sendungen) wurde nach und nach aus dem Programm verdrängt oder auf nächtliche Programmplätze verbannt. Gestandene Moderatoren mussten in den Gründerjahren mit ihren Unterhaltungssendungen sogar auf Mittelwelle ausweichen, da auf UKW kein Platz für diese Art von ehemaliger (RIAS-) Kultur beim neuen Sender war.

 
Da das DeutschlandRadio Berlin den heutigen Tag nicht selbst zum Anlass nimmt, an seinen ruhmreichen Vorgänger zu erinnern, übernehmen wir, die Fangemeinde, gerne diese Aufgabe. Das DeutschlandRadio ist vermutlich voll und ganz  damit beschäftigt sich selbst ab morgen im besten Glanze zu zeigen. Gilt es doch 10 Jahre massiven Hörerverlust durch erfolgreiche Programmdemontagen zu feiern.

   
 

>>> <<< Hier nun die letzten 55 Minuten RIAS

   
 

Erschrocken war ich vor einigen Tagen, als ich bei Ebay den RIAS Schriftzug in einer Auktion fand. Wie kommt der Anbieter an ein solches Symbol  deutscher Rundfunkgeschichte ? Das war mein 
erster Gedanke. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Angebot wohl nicht um den Schriftzug vom Funkhausdach, sondern um die "Leuchtreklame" über dem Eingang am Hans-
Rosenthal-Platz 1 (ehemals Kufsteiner 69) handelt.
Trotzdem denke ich, dass das insgesamt ein Thema für den Denkmalschutz ist, den ich nebenbei von der Auktion informiert habe. Wenn es von der Seite neue Informationen geben sollte, dann informiere ich an passender Stelle.

   
       
  10 Jahre ohne RIAS, dafür 10 Jahre DeutschlandRadio Berlin. Mich würde Eure Meinung zu diesem Gegensatz interessieren. Welcher ehemalige RIAS Hörer konnte sich mit dem Nachfolger anfreunden, wem ist das - und warum - nicht gelungen ?

Ich würde mich über eine bunte Diskussion freuen und habe daher eine kleine Plattform hier eingerichtet. 

   
  >> Diskussionsforum (ohne Anmeldung, einfach drauf los ....) <<    
 

Ich gebe an der Stelle nochmal zwei Ergebnis unabhängiger Marktanalysen zum Besten, die mir freundlicher Weise Jörg Bellmann aus Riesa zur Verfügung gestellt hat. Ich denke die Ergebnisse aus 1989 (DDR) und 1992 (Berlin)  lassen so manchen Schluss zu, über den in obiger Plattform diskutiert werden kann. Ich würde mich freuen, wenn mir irgendwer Media Analysen über Einschaltquoten des DeutschlandRadio Berlin aus dem Gebiet der ehemaligen DDR (ab 1994) zur Verfügung stellen könnte. Ich habe nur Erhebungsdaten zu Berlin & Brandenburg, die genanntem Nachfolger immerhin knapp 1.500 Hörer pro Stunde ausweisen. Kleinere Privatsender mit inhaltslosem Dudelprogramm erreichen hier schon gute fünfstellige Hörerzahlen. Ist das Nachfolge-
programm wirklich eine "Wundertüte für Anspruchsvolle" ?
Dies ist übrigens der Name einer Sendung im Januar 2004 auf besagtem Sender.

   
     
 

Nun lasst uns nochmal 10 Jahre zurückschauen. Der RIAS
machte dazu im Dezember 1993 viele Ausflüge in sein Archiv und das wurde dankenswerter Weise von den Fans mitgeschnitten. Einen kleinen Teil daraus, nämlich  die letzten 55 Minuten gebe ich nun an dieser Stelle wieder .... Besonders berührend sind die Abschiedworte von Hörfunkdirektor Buschschlüter, der trotz seiner nur kurzen Zeit beim RIAS, wie ein "Bär" um den weitestgehenden
Erhalt und die Identität des Hauses RIAS gekämpft hat.
Die letzten acht (8) Funkzeichen (Pausenzeichen/Senderkennung) vor dem Start von DeutschlandRadio Berlin am 01.01.1994 
besiegeln dann knapp 45 Jahre geschichtsträchtige &
innovative Rundfunkarbeit, die jederzeit von den Hörern 
durch Treue zu ihrem RIAS honoriert wurde.

   
 

   
 

Es sei an dieser Stelle klar und deutlich erwähnt, dass den Mitarbeitern des Nachfolgesenders nichts vorzuwerfen ist. Sie alle arbeiten in einer Struktur, die ihnen von der Politik in weiten Grenzen vorgegeben wurde, die aber von der Leitung des Hauses äusserst eng ausgelegt wird. Es geht im wesentlichen um einen Interessenausgleich innerhalb des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks in Deutschland, der aus vielerlei Gründen in Gestalt des erfolgreichen RIAS eine direkte Bedrohung für die jeweils eigene ARD-Anstalt gewesen wäre. Und trotzdem sieht der Staatsvertrag ausdrücklich vor, das die beiden Programme des DeutschlandRadios für den Standort in Köln "Deutschlandfunk" und für den Standort Berlin "RIAS" als Namen führen dürfen. Das letzterer Name nicht ausgewählt wurde, dass brauche ich hier nicht weiter auszuführen.

   
     
  Bitte entschuldigt die teilweise schlechte Tonqualität. Das Knistern, Brummen und Rauschen ist auch mit entsprechender Software 
nicht wegzubekommen ... Wer einen besseren Mitschnitt hat, der kann mir diesen gerne zur Verfügung stellen.